Sprachlich mehr als überraschend: Die Wiege aller Welten von Jeremy Lachlan (Rezension)

(Quasi WERBUNG, da ich das Buch auf eigenen Wunsch als Rezensionsexemplar erhalten habe. Bedingungslos. Das hat meine Meinung in keinster Weise beeinflusst!)

Der Klappentext wird diesem außergewöhnlichen Buch nicht gerecht! Aber er hat mich neugierig genug auf das Buch gemacht, um mich auf dieses wirklich humorvolle und spannende Lese-Abenteuer einzulassen…

Wir betreten das Schloss freiwillig.
Wir betreten das Schloss unbewaffnet.
Wir betreten das Schloss allein.

Diese drei Gesetze hängen in jedem Haus in Bluehaven und jeder Bewohner kennt sie. Denn das Schloss ist der Eingang zu den Anderwelten. Und wer mutig genug ist, geht hinein, um dort Abenteuer zu erleben. Viele Jahrhunderte lang war das so. Doch vor vierzehn Jahren, in der Nacht des großen Bebens, hat das Schloss plötzlich John White und seine kleine Tochter Jane ausgespuckt. Seitdem ist das Tor verschlossen. Erst an dem Tag als die wütenden Inselbewohner Jane vor Gericht stellen wollen, erbebt die Erde erneut … (Quelle: LOEWE)

Meine Tochter Emma würde jetzt rein beim Plot die Augen verdrehen und sagen: „Das ja so wie IMMER: Mädchen wächst ärmlich auf, entdeckt ihre besondere Gabe und Bestimmung und rettet die Welt“

Klischee? … aber neee!!!

Denn Jane ist wahrlich kein normales Mädchen. Sie ist der totale Antiheld! Respektlos, schlagfertig und so gar kein typisches Mädchen – sie war mir auf Anhieb mega sympathisch!

Jane lebt gerade so geduldet mit ihrem geistig verwirrten Vater in einem Keller. Alle glauben, sie wären verantwortlich für die zahlreichen Erdbeben in Bluehaven. Und dafür, dass sich das Schloss nicht mehr öffnen will seit sie damals hindurch gekommen sind.

Wahrscheinlich gibt es in der ganzen Stadt keine einzige Fläche ohne Sprung – einer der Hauptgründe, weshalb die Stadtbewohner mich hier in etwa so willkommen heißen wie einen Furz in der Badewanne.

S. 26

Das Schloss ist eine Art Portal, die Abenteurern den Zugang zu tausenden Welten ermöglicht. Eine schöne, recht neue Fantasy Idee. Der Weltenaufbau von Wiege aller Welten ist somit kompakt und doch unendlich zugleich.

Nach 12 Jahren öffnet sich das Schloss erneut und im allgemeinen Tumult tritt Janes Vater durch das Tor. So nimmt ein unglaubliches Abenteuer seinen Lauf…

Die Helden der Geschichte – Jane, Violet und Hickory – sind eigentlich alles keine wahren Helden. Jeder der 3 ist im Schloss gefangen.

Jane weil sie anscheinend ihrer Bestimmung folgen soll. Doch sie will eigentlich nur ihren Vater wieder finden. Der Rest ist ihr schnuppe.

Ich bin es gewohnt, mir über Hausarbeit Gedanken zu machen, über Fluchtwege und ruppige Fischer, nicht den Anbeginn allen Seins. Mir tut der Kopf weh.

S. 243

Violet weil sie Jane helfen will und Hickory… das müsst ihr selbst heraus finden ;-)

Interessant finde ich auch, wie selbstverständlich hier diverse Themen eingeflochten werden, die sonst noch sehr stiefmütterlich in unserer Gesellschaft behandelt werden. Super! So soll es sein.

Plot, Weltenbau, Spannungsbogen – alles super… was aber absolut hervor sticht, ist die Sprache! Moderne Sprache in Kombination mit einer durch und durch magischen Welt. Ein durchweg lockerer Tonfall überrascht immer wieder aufs Neue und hat mich mehr als einmal laut zum Lachen gebracht! Kompliment an den Autor, aber auch an die Übersetzerin Nadine Mannchen! Das bestimmt nicht leicht. Aber es hat sich gelohnt! Selbst wenn der Rest nicht so toll wäre wie er ist würde ich Euch das Buch ans Herz legen!

Das Ende? Das ist die Achillesferse… Weder der Klappentext noch die Werbung auf der Verlagsseite oder diversen Onlineshops lassen erkennen, dass es sich bei Die Wiege aller Welten um einen Zweiteiler handelt. Schade. Das weiß ich eigentlich immer gern im Voraus. Das Buch hat einen tollen Spannungsbogen, der in einem riesigen Ätsch endet. Genialer Plottwist – nur ist man so damit beschäftigt sich zu ärgern, dass man den im ersten Moment gar nicht würdigen kann.

Mit einem Tag Abstand jedoch, freue ich mich sehr auf die Fortsetzung. Jeremy Lachlan ist vom Humor her ein wenig mit Jonathan Stroud vergleichbar. Sprachlich setzt er jedoch nochmal eine Schippe drauf. Ich freue mich auf noch viele weitere Bücher dieses Autors!

Das ist Jeremy Lachlan. Unglaublich sympathisch hat er auf alle meine Fragen geantwortet – schaut mal auf seinem Instagram Account vorbei!

Die Wiege aller Welten ist frisch, modern, komplex und humorvoll. Und ich liebe Jane!!! 5 von 5 Lieblingslesesessel.

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag GmbH
  • Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2019
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 17,95 €
  • ISBN-13: 978-3743203075
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 12 Jahre

Ein ganz großes Dankeschön geht an den LOEWE Verlag , der es mir ermöglichte, dieses coole Buch schon vorab zu lesen!

Weitere Meinungen dazu von meinen wunderbaren BloggerkollegInnen:

noch keine gesichtet…

Du hast das Buch auch gelesen und rezensiert? Dann hinterlasse mir doch gerne den Link in den Kommentaren, dann füge ich Dich hier noch mit ein!

2 thoughts

  1. Ich musste heute im Buchladen noch mal hier schauen, wie es genau hieß und habe es bestellt. Seit der Vorstellung auf der Buchmesse hatte ich es tatsächlich aus den Augen verloren. 😀

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