Seeing what you see – Feeling what you feel von Naomi Gibson (Rezension)

EREBOS 2.0 … WOW!

Ich habe das Buch regelrecht verschlungen! An einem einzigen Tag. Ich rutschte sogar beim Mittagessen unruhig auf meinem Stuhl hin und her wie ein Kind und konnte es kaum erwarten, wieder in meinen Lesesessel zu kommen.

Lydia ist genial. Nur leider sieht das Keiner – nicht mal sie selbst.

Nach einem tragischen Autounfall, bei dem ihr kleiner Bruder Henry ums Leben kam, gerät ihr Leben aus den Fugen. Ihr Vater erträgt den Schmerz nicht mehr und verlässt die Familie, ihre Mutter nimmt kaum mehr am realen Leben teil und ihre ehemals beste Freundin mobbt sie aufs Übelste. So flüchtet Lydia sich in die virtuelle Welt und bastelt unermüdlich an einer künstlichen Intelligenz um die Leere auszufüllen. Sie nennt die KI auch noch Henry – einfach aus dem Wunsch heraus, dieses Namen endlich wieder aussprechen zu dürfen. Doch schnell überholt die KI sich selbst und wird immer mächtiger. Bald will Henry sehen was Lydia sieht und fühlen was Lydia fühlt

Gäsehaut.

Ich konnte wirklich nicht von diesem Buch lassen. Ich war fasziniert von Henry und was eine künstliche Intelligenz mit einem psychisch angeschlagenen Mädchen alles anstellen kann. Ich war wütend und mich überkam leichter Grusel. Ich wollte Lydia zurufen: LAUF WEG! (auch wenn das wenig bringt, wenn die KI dir buchstäblich unter der Haut steckt)

Ich kann dir helfen, schreibt Henry. Über den Chip könnten wir uns besser unterhalten und gemeinsam einen Racheplan schmieden.

»Und den stecke ich dann in mein Handy?«

Nein, den stecken wir in dich, schreibt Henry.

Dann, kurz bevor ich ungläubig nur noch mit einem Auge hinsehen konnte wie Lydia in ihr Verderben rennt und alle moralischen Vorsätze über Bord wirft kam die große Wende..

Im Verlauf war ich mir gar nicht mehr so sicher, wer hier der „Böse“ ist und mit wem ich Mitleid haben sollte. WOW! Einfach nur WOW…

Und seltsamerweise hat mich die Lovestory echt berührt. Zuerst dacht ich ja, das ist so Abhängigkeitssache – dann aber war ich plötzlich voll im #TeamHenry …

»Danke, dass du mir das Leben geschenkt hast«, flüstert er.

Ich schüttle den Kopf, lausche dem Pochen seines Herzens.

»Du hast mir das Leben geschenkt«, entgegne ich. »Ich liebe dich, Henry. Ist dir das eigentlich klar?«

Neben aller Action, Sience Fiction at its best und Nervenkitzel hat mich die moralische Diskussion am allermeisten beeindruckt. Was darf man und was darf man nicht? Und gelten diese Regeln dann für Jeden? Oder nur solange kein persönlicher Schaden droht? Spannend.

Das Ende hat mich etwas verloren zurück gelassen. Aber weniger, weil noch Klärungsbedarf bestand, sondern vielmehr, weil ich einfach immer weiter lesen wollte. Vielleicht war das Ende zu soft, zu unrealistisch… ich muss das glaube ich noch sacken lassen. Aber auf jeden Fall hatte ich einen super Tag mit Seeing what you see, feeling what you feel.

SciFi, Psychothriller und Lovestory – dieses Buch mit dem unsäglich langen Titel vereint das Beste aus allen Komponenten miteinander und bietet ein wunderbares Leseerlebnis. Klare Leseempfehlung!

Bewertung: 5 von 5.

Hier gibt es übrigens ein Gewinnspiel auf der Seite vom Thienemann-Esslinger Verlag, bei dem Du bis zum 15.11.21 ein Apple Homepod mini im Wert von 100€, und ein Wunschbuchpaket im Wert von 120€ oder eine exklusive Goodie-Box inkl. eines Exemplars von Seeing what you see, feeling what you feel gewinnen kannst.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Planet!
  • ET : 27. Juli 2021
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 336 Seiten
  • Preis ‏ : ‎ 17 €
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3522507059
  • Lesealter ‏ : ‎ ab 13 Jahre
  • Originaltitel ‏ : ‎ Every Line of You
  • Klappentext ‏ : ‎ Seit Jahren programmiert Lydia ihre eigene KI: Henry – schon lange vor dem Tod ihres kleinen Bruders, der ihr Nacht für Nacht Albträume beschert, schon lange, bevor ihr Vater beschlossen hat, sie und ihre Mutter zu verlassen, und schon lange, bevor ihre beste Freundin zu ihrer schlimmsten Feindin mutierte. Henry ist stark, clever, liebevoll und beängstigend intelligent: Lydia hat sich den besten Freund und Liebhaber in einem erschaffen, gespeichert auf einem Chip, immer und überall verfügbar. Aber was passiert, wenn Henry einen eigenen Willen und einen eigenen Plan entwickelt, und ihn nichts mehr aufhalten kann? Wie weit würde er für Lydia gehen?

Ein ganz großes Dankeschön geht an den Verlag, der es mir ermöglichte, auf meinen Wunsch hin dieses wunderbare Buch zu lesen! Dass mich das nicht beeinflusst hat, ist eh klar…

(Es handelt sich um ein kostenfreies Rezensionsexemplar ohne Verpflichtung und ich erhalte keine Vergütung für die Veröffentlichung meiner Rezension)

Weitere Meinungen dazu von meinen BloggerkollegInnen:

Nordlicht liest

Du hast das Buch auch gelesen und rezensiert? Dann hinterlasse mir doch gerne den Link in den Kommentaren, dann füge ich Dich hier noch mit ein!

6 Kommentare zu „Seeing what you see – Feeling what you feel von Naomi Gibson (Rezension)

  1. Danke für deine Meinung zu dem Buch. Ich hatte es vorher schonmal gesehen und mir schon gedacht das es war für mich ist. Nun wandert es endgültig auf die Wunschliste.

  2. Ich habe das Buch auch geliebt! Meine Rezension dazu geht am Donnerstag online, aber ich kann schon verraten, dass es mir in vielen Punkten ähnlich ging wie dir.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.