Roboter träumen nicht von Lee Bacon (Rezension)

Die Menschheit verdient diese Erde nicht. Das ist eh klar ;-) Aber was, wenn die Roboter und künstlichen Intelligenzen, die wir erschaffen haben derselben Meinung sind?

Nun, sie löschen sie aus.

So geschehen in diesem Buch. Dort leben Roboter seit 30 Jahren friedlich miteinander. Jeder dient einem bestimmten Zweck und jede Generation neuer Roboter ist eine Weiterentwicklung zur vorherigen Generation. Der Roboter XR_935 findet das völlig in Ordnung, denn nach einer kurzen Eingewöhnungsphase nach seiner Aktivierung vor 12 Jahren lebt er gern auf dieser strukturierten Erde ohne Kriminalität und sinnloser Umweltverschmutzung – und ohne Menschen. Roboter agieren gemeinsam und effizient.

Doch eines Tages stört ein Ereignis dieses gut funktionierende Gefüge gewaltig: Roboter XR_935 trifft auf das Mädchen Emma. Das kann nicht sein. Die Menschheit ist tot. Eliminiert weil schädlich. Doch vor ihm steht ein Mensch. Das kann nicht sein. Dieses Pradoxon lässt bei XR_935 beinahe alle Drähte durchglühen bis er sich auf diese neue Situation einlässt. Ist Emma auch eine Bedrohung? Oder haben sich die wenigen überlebenden Menschen etwa auch weiterentwickelt. Und falls ja, ist eine Coexistenz überhaupt möglich? Gemeinsam mit zwei weiteren Roboterkollegen beschließt XR_935 die Situation weiter zu analysieren…

Die wunderschönen Illustrationen von Nathalie Kranich machen das doch recht brutale Setting weicher. Auslöschung der Menschheit, Umweltkatastrophen, tödliche Krankheiten… all das wird kindgerecht thematisiert. Beängstigend aber ohne grausame Details oder Panikmache. Die Gedanken um unsere Welt wie sie ist und sein könnte kann sich jeder selbst machen. Und das fällt naturgemäß bei Kindern anders aus als bei Erwachsenen.

Das Happy End ist wunderschön und hoffnungsvoll. Man kann die Gesellschaft der Roboter auch als Metapher für unsere eigene Gesellschaft sehen, die unsere Umwelt und damit auch unser Leben aufs Spiel setzt. Hoffen wir, dass unsere „nächste Generation“ genau wie die der Roboter eine Weiterentwicklung ist!

Roboter träumen nicht ist eine herzerwärmende Geschichte um das Mensch und vor allem menschlich sein. Danke dafür.

Bewertung: 5 von 5.
  • Herausgeber : Loewe Verlag GmbH
  • ET: 13. Januar 2021
  • Sprache: : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 336 Seiten
  • Preis : 14,95 €
  • ISBN-13 : 978-3743208582
  • Lesealter : ab 10 Jahre – aber zum Vorlesen schon für ältere Kindergartenkinder geeignet
  • Klappentext : Vor dreißig Jahren sind die Menschen ausgestorben. Jetzt wird die Welt von Maschinen beherrscht. Der Roboter XR_935 findet das genau richtig so. Denn ohne die Menschen gibt es keinen Krieg, keine Umweltverschmutzung, keine Verbrechen. In der Robotergesellschaft läuft alles reibungslos und effizient – bis zu dem Tag, an dem XR etwas Unmögliches entdeckt: einen Menschen. Ein Mädchen, das seine Hilfe braucht … Wie nah können Mensch und Maschine sich kommen? Wie weit würdest du gehen, in einer Welt, die von Robotern beherrscht wird? Eine mitreißende Geschichte zu dem hochbrisanten Thema Künstliche Intelligenz für Jungs und Mädchen ab 10 Jahren. Ein vielschichtiger Kinderroman um grundlegende philosophische Fragen, den menschlichen Fußabdruck auf unserem Planeten, FreundschaftVertrauenSpannung und ganz viel HumorGefühlvoll und sprachgewaltig mit ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Illustrationen. 

Ein ganz großes Dankeschön geht an den Verlag, der es mir ermöglichte, auf meinen Wunsch hin dieses wunderbare Buch zu lesen! Dass mich das nicht beeinflusst hat, ist eh klar…

(Es handelt sich um ein kostenfreies Rezensionsexemplar ohne Verpflichtung und ich erhalte keine Vergütung für die Veröffentlichung meiner Rezension)

Weitere Meinungen dazu von meinen BloggerkollegInnen:

noch keine gesichtet…

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Ein Kommentar zu „Roboter träumen nicht von Lee Bacon (Rezension)

  1. Die komplette Umkehrung wie man es in Hollywoodfilmen kennt :-)
    Diesmal werden nicht die Roboter ausgerottet sondern die Menschen.
    Vllt. wird es verfilmt. Wer weiss, warten wir mal ab. :-)

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