Leider enttäuschend… Silberflut – Das Geheimnis von Ray’s Rock von Alex Falkner (Rezension)

Mich hatten gleich zwei Neuerscheinungen aus dem Arena Verlag magisch angezogen. Das war zum Einen SIEBEN – ein absolut überragendes Jugendbuch (meine Rezension erscheint am 27.05. – dem Erscheinungstag) und zum Anderen Silberflut – ein Pendant aus dem Kinderbuchbereich. Beide spielen auf einer Insel. Bei Beiden sind Kinder/Jugendliche plötzlich auf sich allein gestellt. Doch die beiden Bücher könnten echt nicht unterschiedlicher sein – und das meine ich leider nicht im positiven Sinne…

So hatten sich die Kinder der 7c der Humboldt-Gesamtschule ihre Klassenfahrt sicher nicht vorgestellt… anstatt auf Ray’s Rock Schitzeljagden und nette Spiele zur Teambildung zu machen erwartet sie ein Kampf ums Überleben!

Eine kleine Gruppe von sieben Kindern befindet sich gerade auf dem höchsten Punkt der Insel, als ein geheimnisvoller Nebel über die Insel zieht und alle Anderen einfach verschluckt. Als der Nebel sich verzieht, sind Eddie, Milla, Nick, Jesper, Lucy, Laurens und Theo völlig allein auf der Insel. Keine Mitschüler, keine Erwachsenen – trotzdem, ganz allein scheinen sie doch nicht zu sein, denn ihre Vorräte verschwinden ebenso und die Natur scheint die Herrschaft auf der Insel übernehmen zu wollen. Jetzt heißt es schnell sein und einen Weg von der Insel zu finden!

Der Plot ist zwar nicht die Neuerfindung des Rades, bietet aber Potential für eine richtig gute, spannende Geschichte. Eigentlich.

Die Geschichte wird nämlich abwechselnd aus der Perspektive von Eddie und Milla erzählt, die komplett verschieden sind. Auch das eigentlich ein cleverer Schachzug, so können sich Mädchen und Jungs jeweils mit einem Protagonisten identifizieren. Theoretisch. Praktisch würde ich mir das nicht wünschen… keiner der Beiden ist mir wirklich sympathisch. Daher fiel es mir auch sehr schwer, mich auf die spannende Handlung zu konzentrieren.

Leider ist für mich auch die verwendete Sprache ein zentrales Element beim Lesen und hat mich hier eher abgeschreckt. Mich würde interessieren, ob die Zielgruppe das cool findet oder eher genervt ist von dieser zu sehr gewollten Jugendsprache und den Ausdrücken.

Anspielungen auf Umbrella Academy und Berlin Tag&Nacht und Fortnite passen für mich auch nicht zu einem Kinderbuch. Außerdem glaube (oder hoffe) ich, dass Kinder diese gar nicht verstehen. Oder lebe ich da einer glücklichen Blase? Meine Kinder sind 11 und 15 – und kennen diese Dinge allenfalls dem Namen nach.

Auch hier ziehe ich wieder einen Vergleich zu SIEBEN – da wird auch viel Jugendsprache verwendet und auf aktuelle Fandoms der Altersgruppe angespielt. Aber total glaubhaft und passend.

Am Ende wird der Leser völlig in der Luft hängen gelassen. Nichts ist aufgelöst und der Cliffhanger richtig fies. Das mag ich in der Regel nicht bei Kinderbüchern. Kinder können noch schlechter warten als Erwachsene, da sollte jeder Einzelband einer Reihe schon in sich zumindest halbwegs geschlossen sein. So dass man zufrieden warten kann. Das wahr aber anscheinend auch dem Verlag und dem Autor bewusst, denn schon am 27.05.20 (also nur 3 Monate nach Band 1) erscheint der abschließende Band 2 „Die Verschollenen von Ray’s Rock“ der Dilogie:

Somit könnte man auch einfach noch ein wenig warten und dann die „Silberflut“-Dilogie Ende Mai komplett lesen.

Für mich wird es wohl kein Wiedersehen mit Ray’s Rock geben, dafür hat mich die Geschichte nicht genug gepackt. Schade, denn die Idee ist cool. Die Protagonisten und die Sprache weniger… Daher kann ich nur eine bedingte Lese-Empfehlung aussprechen.

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Arena
  • ET: 18. Februar 2020
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 12 €
  • ISBN-13: 978-3401604824
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
  • Klappentext: Pass auf! Denn die Silberflut erwischt auch dich! Eddie und Milla und ihre fünf Mitschüler sind von der Zivilisation komplett abgeschnitten, kein Handy funktioniert mehr und von Hilfe keine Spur. Seltsame Dinge passieren auf der Insel. Pflanzen und Tiere wachsen übernatürlich schnell, ihre Vorräte werden geplündert … Und als eine weitere Schülergruppe auftaucht, beginnt ein Wettlauf um die Rettung von der Insel – auf Leben und Tod. Der Auftakt zur „Silberflut“-Dilogie: Ein gefährliches Abenteuer mit spannenden Twists und Gruselfaktor. Für alle Leser von Survival- und Abenteuergeschichten ab 10. Rasantes Lesefutter für Jungen und Mädchen, für Outdoor-Kids und alle, die es noch werden wollen!

Das Buch wurde mir auf eigenen Wunsch hin vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das hat meine Meinung nicht beeinflusst (Ich denke, das merkt man).

Weitere Meinungen dazu von meinen BloggerkollegInnen:

Tintenhain

Claudias Bücherhöhle

Damaris liest mini

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Ein Kommentar zu „Leider enttäuschend… Silberflut – Das Geheimnis von Ray’s Rock von Alex Falkner (Rezension)

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