Farya – Das Herz der Phönixtochter von Nina Blazon

ACHTUNG! Dieser Artikel könnte Begeisterungsstürme enthalten und ansteckend sein!

Nina Blazon habe ich vor zwei Jahren auf der Seraph Lesung in Leipzig gesehen. Da hat sie keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, daher habe ich ihre Werke nicht weiter verfolgt. Ein böser Fehler wie ich nun feststellen musste…

Mir ist noch vor dem Inhalt das wunderschöne Cover von „Fayra – Das Herz der Phönixtochter“ aufgefallen. Der erste Pluspunkt ist bei mir ja immer schon vergeben, wenn keine Gesichter darauf abgebildet sind. Ich zeichne mir meine Protagonisten gerne selbst in meinem Kopf – ein Grund warum ich Verfilmungen oft so schrecklich finde. Hier steht der Titel im Vordergrund – eingerahmt von roten Phönixfedern auf grünem Hintergrund, der die Naturverbundenheit der Elementarwesen perfekt ins Spiel bringt. Einige der Federn sowie der Titel sind erhaben mit Bronzelack versehen und schimmern so wunderschön je nachdem wie das Licht auf das Buch fällt. Ihr merkt – ich liebe es!

Gleich zu Beginn ist eine Karte des Anwesens abgebildet, in dem der Großteil der Handlung spielt. Das hat mir Orientierungslegastheniker schon manches mal geholfen mich zurecht zu finden. Innen gibt es keine Illustrationen, aber jedes Kapitel ist am Anfang und Ende von einer kleinen Zeichnung eingerahmt, die Eindrücke aus dem Herrenhaus darstellen.

Aber nun zur Handlung und den Personen …

Anna- Fee ist fast 13 und gerade mit ihrer Familie in das Haus eingezogen, in dem ihre Mutter als Kind gewohnt hat. Ein großes, altes und ein wenig furchteinflössendes Haus. Fee ist sowieso schon ängstlich, denn als Kleinkind hat sie sich bei einem Ausflug schwer verbrannt und ist anschließend einen Abgrund hinab gestürzt. Es gleicht einem Wunder, dass sie den Sturz überlebt hat. Seit dem ist der Spitzname „Angsthase“ ihr ständiger Begleiter.

Zum Glück hat sie ihre beste Freundin Nelly, die sie so akzeptiert wie sie ist – und mit ihrem Wagemut und ihrer Spontaneität Fees Ängstlichkeit perfekt ausgleicht. Und sie ist loyal – denn als Fee in einer stürmischen Nacht sieht wie die Marmorfigur, die eigentlich den Balkon zieren sollte sieht, das Dach hoch klettert und Fee attakiert erklärt Nelly keinesfalls für verrückt. Im Gegenteil. Die beiden machen sich auf die Suche, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen …

… und finden im alten verbotenen Park ein rußverschmiertes, verwirrtes Mädchen, dass die beiden um Hilfe bittet, da sie auf der Flucht vor ihren Mördern ist. Das Mädchen heißt Fayra – und ist ganz schön zickig und merkwürdig. Fee und Nelly helfen ihr trotzdem und nach Fayras erster Dusche ist beiden klar, dass diese nicht von dieser Welt stammt, Fayra leuchtet und glitzert und hat wunderbar schimmerndes buntes Haar – sie ist eine Phönia. Doch Fayra kann in unserer Welt nicht lange bleiben ohne zu sterben.

Gemeinsam mit anderen Helfern setzen die Mädchen alles daran, Fayra möglichst schnell in ihre Welt zurück zu schicken ohne dabei den bösen Jägern in die Hände zu fallen.

Einer der Helfer ist der Flüchtlingsjunge Junis. Eine tolle Figur die uns mit ihrer selbstverständlichen Hilfsbereitschaft lehrt, was wirklich zählt.

Das Setting mutet zunächst wie ein modernes Narnia an, geht dann aber in eine völlig andere Richtung. Genial wie Nina Blazon die moderne Welt perfekt mit der magischen verbindet.

Der Plot ist unheimlich vielschichtig und genial durchdacht. Viele Handlungsstränge greifen perfekt ineinander und machen das Buch zu einem wahren Pageturner.

Das Buch ist magisch, kriminalistisch, abenteuerreich, aber auch sehr humorvoll geschrieben. Ein Beispiel, als es um die Macht der Namen geht und Fayra sich darüber aufregt, wie Fees Mutter ihr nur diesen Namen geben konnte, da es doch gar keine Feen gibt und sie so nie die Bestimmung ihres Namens erfüllen könne:

„Niemand erwartet, dass Fee irgendwann den Zauberstab zückt und einen Kürbis in eine Kutsche verwandelt. Bei uns nennen manche Leute ihre Kinder sogar Paris oder Apple, und kein Mensch rechnet damit, dass ihnen irgendwann der Eiffeltum aus dem Kopf wächst oder Apfelblüten aus den Ohren.“ (Nelly)

Die perfekte Ausgewogenheit in Tempo in Dramatik mündet in einem furiosem Finale – ich war gar nicht mehr ansprechbar so hatte mich die Geschichte gepackt! Ganz großes Kompliment!!!

Das Buch bekommt natürlich von mir 5 von 5 LieblingsLesesessel:

„Fayra – das Herz der Königstochter“ ist eine fantastische Geschichte über Mut in all seinen Facetten und darüber was wirklich zählt – nicht woher wir kommen ist wichtig, sondern unsere Freundschaft zueinander!

FAYRA - Das Herz der Phoenixtochter von Nina Blazon

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: cbt
  • Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2017
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 16,99 €
  • ISBN: 978-3570164938
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren
  • Auch als Ebook erhältlich

Der Verlag empfiehlt „Fayra“ ab 10 Jahren schon. Das mag funktionieren bei lesebegeisterten Kindern. Ich hätte die Empfehlung etwas höher bei mindestens 12 angesetzt – aber auch direkt darauf hingewiesen, dass es aufgrund der Handlung und dem Stil absolut als Erwachsenenbuch durchgeht. Die Protagonisten sind zwar Teenager, aber ich bin mir sicher, jeder Fantasybegeisterte Erwachsene wird dieses Buch lieben – vor allem der wie ich aus der Generation der Rollenspieler kommt … die spielen nämlich auch ein große Rolle hier!

Nina Blazon wohnt in Stuttgart und ich habe gesehen, das daher oft Lesungen in meiner Nähe mit ihr statt finden. Ich hoffe ich schaffe zu einem der nächsten Termine. Mehr über das Buch erfahrt ihr auf ihrer Homepage oder auf der Random House Seite.

Ein ganz herzliches Dankeschön geht den cbt Verlag und das Random House Bloggerportal für das Erfüllen dieses Buchwunsches im Tausch gegen meine subjektive, ehrliche Meinung.

Was würdet ihr tun, wenn plötzlich ein Wesen aus einer anderen Welt vor Euch stehen würde und Eure Hilfe bräuchte?

32 thoughts

  1. Absolut nicht mein Genre- dachte ich bis eben! Das Buch klingt ja mal soooo toll, das MUSS ich lesen! Sehr schöne Rezi und ein beeindruckendes und wirklich schönes Cover <3 Ich brauchte deine Rezi gar nicht lange lesen und verzaubert und beeindruckt zu sein. Ich wird mir das Buch zu Weihnachten wünschen und freue mich riesig drauf

  2. Hi,
    das Buch habe ich dieses Jahr auch schon gelesen, ein wirklich schönes Buch :) und Nina Blazon gehört zu meinen Lieblingsautoren, ich kann dir deswegen auch andere Bücher von ihr nur wärmstens empfehlen ;)
    Alles Liebe,
    Sara

  3. Von Nina Blazon habe ich, aus welchem Grund auch immer, auch bislang ziemlich Abstand gehalten. Vielleicht hat das auch keinen besonderen Grund und ist lediglich der Tatsache geschuldet, dass ich einfach zu viele Bücher gut finde und noch lesen möchte. Farya hört sich jedoch toll an, wandert auf jeden Fall auf meine Wunschliste und vielleicht ganz bald in mein Bücherregal.

  4. Huhu :)

    Das klingt richtig super und ich freue mich schon riesig auf die Geschichte. Bisher haben mir die Geschichten von Nina Blazon immer richtig gut gefallen ;) Wahrscheinlich wäre ich zu Tode erschrocken, wenn auf einmal ein Wesen aus einer anderen Welt vor mir stehen würde *lach* Aber sobald ich mich gefangen habe, würde ich natürlich helfen!

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

  5. Ich habe von der Autorin bislang noch nie was gehört, aber das Buch klingt wirklich interessant.
    Was mich aber noch interessieren würde: Du erwähntest eingangs, dass sie auf der Lesung damals keinen Eindruck hinterlassen hat. Weißt du vielleicht, an was das gelegen haben könnte? An ihrem Lesestil oder am Buch selbst? Ich finde das Zusammenspiel Autor-Buch auf Lesungen immer extrem spannend…
    Alles Liebe
    Christina

  6. Hey,

    das neue Buch von Nina Blazon steht schon auf meiner Wunschliste, denn ich liebe ihre Bücher abgöttisch. Kennst du Totenbraut und der Winter der schwarzen Rosen von ihr? Absolut empfehlenswert.

    Kann deine Rezension nur zu gut verstehen und werde sicher auch solche positiven Worte finden. :) Jedenfalls macht die Rezension wahnsinnig Lust direkt das Buch zu kaufen und zu verschlingen.

    Lg

    Steffi

  7. Das Cover sieht ja mal Klasse aus! Weiss jetzt nicht ganz so rcecht obs meins ist, bin eigentlich nicht so der Fantasyfan, andererseits klingts schon irgendwie spannend. na mal sehen, ich behalt es mal im Hinterkopf.
    Danke für die Rezsension.

    LG aus Norwegen
    Ina

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