Es geht weiter! Chroniken von York – Das Geheimnis der Morningstars von Laura Ruby (Rezension)

Lange mussten wir auf die Fortsetzung der Chroniken von York warten. Mehrere Schicksalsschläge haben es der Autorin Laura Ruby nicht leicht gemacht, diese fantastische Reihe fortzuführen. Morgen ist es nun endlich so weit und Das Geheimnis der Morningstars ist offiziell im Buchhandel erhältlich.

Ich hatte das große Glück, das Buch schon vorab lesen zu dürfen, so dass ich Euch heute schon meine spoilerfreien Gedanken dazu mitteilen kann. Wer Band 1 noch nicht kennt, der darf gerne hier nachlesen:

Die Suche nach dem Schattencode endete mit einem gewaltigen Cliffhanger – in diesem Falle einer Tür, die es zu erforschen gilt. Die Handlung von Band 2 setzt nur wenige Wochen danach ein.

Die Zwillinge Tess und Theo suchen gemeinsam mit ihrem Freund Jaime immer noch nach Hinweisen, um den geheimnisvollen Schattencode zu entschlüsseln. Aber sie sind nicht die Einzigen. Auch der skrupellose Immobilienmogul Darnell Slant möchte den Schatz der Morningstars finden und hat seinen loyalsten – und gefürchtetsten – Lakaien auf die drei angesetzt.

Langsam wird der große Plan des Codes sichtbarer und geht in eine Richtung, die ich schon in Band 1 vermutet hatte. Aber auf diesem beschwerlichen Weg gilt es wieder allerlei verzwickter Rätsel zu lösen.

Die Handlung wird aus den verschiedenen Perspektiven der Kinder Tess, Theo und Jamie erzählt – manchmal auch aus Sicht anderer Charaktere, das gefällt mir sehr gut, denn es steigert die Spannung. Allerdings muss ich gestehen, dass gerade die Spannung im ersten Band mehr war. Das Geheimnis der Morningstars hat doch eine Längen – zumindest kommt es mir verstärkt so vor, da die Kinder allgemein sehr frustriert sind, weil sich die Dinge nicht so rasch entwickeln, wie sie das gerne hätten und die äußeren Umstände auch alles andere als befriedigend sind. Das färbt auf den Leser ab.

Das Setting des fiktiven New York ist wieder wunderbar gelungen – man fühlt sich wie mittendrin. Ich mag diese Prise Steampunk sowie die Andeutung, dass dieses York evl. gar nicht soooo fiktiv sein könnte…

Einen neuer Mitstreiter in der Code-Knacker-Truppe gibt es auch – den kleinen Roboter ONO. Eine tolle Bereicherung, wenn ich auch mit dem Namen nie warm geworden bin. Er leitet sich davon ab, dass er immer „Oh no!“ ruft- Und so witzig ich den kleinen Kerl finde, so kritisch muss ich dessen Fähigkeiten sehen… bisher schienen die Maschinen der Morningstars immer zwar futuristisch, aber im Bereich des Möglichen. Ono aber verwandelt sich meiner Meinung nach in zu viele Dinge, die so nicht sein können. So z.B. in eine sehr große Leiter – wo soll denn die Materie für so einen Zuwachs herkommen? Verändern ja – „wachsen“ nein. Hier hat es sich die Autorin eine Spur zu leicht gemacht.

Der sprachliche Stil macht das allerdings wieder wett. Schlagfertig und humorvoll wird die Geschichte getragen und lässt die ernste Lage der Kinder leichter erscheinen. Kompliment hier auch an die Übersetzerin Jeannette Bauroth, die es wieder geschafft hat, diese Stimmung perfekt ins Deutsche umzusetzen – gar nicht so einfach bei Rätseln, die oft eng mit dem Originalwortlaut verknüpft sind.

Das Ende ist sehr offen mit einer großen Enthüllung, die ich aber schon wie erwähnt habe kommen sehen. Den ersten Teil habe ich als in sich geschlossener empfunden – trotz des Cliffhangers. Hier hört die Geschichte einfach auf. Schade. Natürlich will ich wissen, wie es weiter geht – trotzdem fühle ich mich etwas im Stich gelassen als Leser.

Wenn ich meine eigenen Worte so lese, klingt das alles sehr kritisch…

Seltsam, denn ich fand das Buch wirklich wirklich gut. Das Problem ist vermutlich, dass ich den ersten Band so überaus überragend fand! Und hohe Erwartungen führen eben oft zu Enttäuschungen. Hätte ich nur den zweiten Band gekannt, wäre ich wahrscheinich aus dem Schwärmen nicht mehr raus gekommen… So aber hoffe ich, dass wir nicht wieder so lange auf eine Fortsetzung warten müssen und diese dann wieder so fantastisch wird wie der Auftakt.

Ich vergebe gerne sehr gute 4 von 5 Lieblingslesesessel und freue mich auf die Auflösung des Schattencodes in Band 3!

  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag GmbH
  • Erscheinungsdatum: 18. September 2019
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Jeannette Bauroth
  • Preis: 19,95 €
  • ISBN-13: 978-3743200937
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
  • Klappentext: Vor mehr als 150 Jahren sind die genialen Erfinder Theresa und Theodore Morningstar spurlos verschwunden – nur ihr mysteriöser Schattencode blieb zurück.Doch warum haben sie diesen Code in New York hinterlassen? Der Antwort auf diese Frage sind Tess, Theo und Jaime näher als je zuvor. Aber was sie herausfinden, stellt nicht nur ihre gesamte Welt auf den Kopf, sondern bringt die drei auch in größte Gefahr. Die Zwillinge Tess und Theo suchen gemeinsam mit ihrem Freund Jaime immer noch nach Hinweisen, um den geheimnisvollen Schattencode zu entschlüsseln. Aber sie sind nicht die Einzigen. Auch der skrupellose Immobilienmogul Darnell Slant möchte den Schatz der Morningstars finden und hat seinen loyalsten – und gefürchtetsten – Lakaien auf die drei angesetzt. Hilfe kommt unerwartet von einer Frau in grauem Umhang. Wer ist die mysteriöse Unbekannte? Und welche Verbindung hat sie zu den Morningstars? Auch mit dem zweiten Band ihrer fantastischen Großstadt-Trilogie liefert Laura Ruby wieder eine spannende Geschichte für Jungen und Mädchen ab 12 Jahren mit sympathischen Charakteren, vielen originellen Ideen und reichlich schrägem Humor

Ein ganz großes Dankeschön geht an den LOEWE Verlag , der es mir ermöglichte, dieses coole Buch zu lesen!

Weitere Meinungen dazu von meinen wunderbaren BloggerkollegInnen:

noch keine gesichtet…

Du hast das Buch auch gelesen und rezensiert? Dann hinterlasse mir doch gerne den Link in den Kommentaren, dann füge ich Dich hier noch mit ein!

One thought

  1. Hallo Verena,

    na da bin ich ja mal gespannt, das Buch steht schon auf der Wunschliste. Nun überlege ich aber tatsächlich bis Band 3 zu warten, wenn das Ende so daher kommt wie du es beschreibst.
    Auf Ono werde ich jedenfalls ein genaues Auge werfen.

    Liebe Grüße
    Tina

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