Ein Buch, das wie eine feste Umarmung wirkt: Das Bücherschloss – Das Geheimnis der magischen Bibliothek von Barbara Rose (Rezension)

Eigentlich fand ich die Idee zunächst einfach nur süß: Nur durch ein Kind kann die Bücherwelt vor dem Vergessen gerettet werden…

Die Unendliche Geschichte für ganz junge Leser quasi.

Doch Das Bücherschloss kann so viel mehr, als eine Alternative zu Phantásien für Kinder zu sein.

Ich mochte die Protagonisten Becky und Hugo sofort. Die beiden Zehnjährigen verbringen die Ferien in einem seltsamen Schloss. Becky und ihr Vater sind dort hin gezogen, weil ihr Vater eine neue Stelle an der dortigen Uni angenommen hat. Und Hugos Mutter ist deren neue Haushälterin und die weltbeste Schokokuchenbäckerin!

Becky liest eigentlich nur Sachbücher. Nachdem ihre Mutter damals bei einem Unfall ums Leben kam, war die Erinnerung an die gemeinsam gelesenen Geschichten einfach zu schmerzhaft.

Hugo hingegen liebt Detektivgeschichten, und Märchen, und überhaupt alle Fiktion!

Da trifft es sich gut, dass die magischen Wesen des Schlosses genau auf diese Kinder treffen!

Becky ist zunächst skeptisch, aber beide lassen sich auf das Abenteuer ein, die Bücherwelt vor dem Vergessen und Zerfall zu retten, indem sie die Bücher der geheimen Kinderbibliothek lesen. Doch nach und nach erkennen die Kinder, dass dies nicht die einzige Rettungsmission ist, um die sie gebeten werden…

Der wirklich einzige Kritikpunkt an diesem Buch ist die Empfehlung auf dem Buchrücken „für Mädchen“. Warum? Dürfen Jungs nicht gern lesen? Dürfen Mädchen nicht gern Fußball spielen? Sollte unsere Gesellschaft nicht längst über solche Gendergrenzen hinweg sein??? Zudem geht es hier nun wirklich nicht um rosa Einhörner (nein, auch das wäre kein Grund für Jungs, es nicht zu lesen!) sondern in Das Bücherschloss spielen sogar ein Junge und ein Mädchen nahezu gleichberechtigt die Hauptrolle! Und Lesen ist nun wirklich kein geschlechtertypisches Hobby… also liebe Kinderbuchverlage – löst Euch bitte von solchen Empfehlungen! Weder junge Leser noch deren Eltern wollen sowas und auch in den Buchhandlungen tut sich nach zahlreichen Protesten wirklich was. Denn egal ob Männlein oder Weiblein oder alles dazwischen oder gleichzeitig – die Bücherwelt steht allen Menschen offen!

Das schmälert mein Urteil über das zauberhafte Kinderbuch jedoch in keinster Weise!

Für mich war diese Geschichte einfach wie eine warme, feste Umarmung. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr Euch einfach rundum wohl fühlt? So ging es mir nach diesem Buch. Ich habe es in einem Rutsch vor dem Einschlafen gelesen und einfach nur wunderbar geschlafen danach. Und das in dieser Zeit… aber genau das war es wahrscheinlich. In Das Bücherschloss sucht man vergebens den erhobenen Zeigefinger oder künstlich konstruierte Probleme. Die Kinder sind einfach Kinder und dürfen sich auf Abenteuer einlassen und auch mal ihre Meinung ändern. Und die Erwachsenen sind auch mal schusselig und haben Fehler – sind aber sonst echt in Ordnung. Und auch wenn in der Vergangenheit zwar traurige Dinge geschehen sind, trotz dieses Hintergrundes darf man Lachen und sich erinnern. Und die magischen Wesen erst mit ihren Sprachfehlern und Starallüren… Hachz… ihr merkt schon, ich bin rundum begeistert!

Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung dieses spannenden Abenteuers und spreche eine klare Lese- und Schenk-Empfehlung aus ;-) (…bald ist Ostern!)

Bewertung: 5 von 5.
  • Herausgeber : Loewe Verlag GmbH
  • ET: 10. Februar 2021
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 160 Seiten
  • Preis : 9,95 €
  • ISBN-13 : 978-3743206564
  • Lesealter : 8 – 10 Jahre
  • Klappentext : Die Welt der Bücher ist in Gefahr. Becky kann ihr Glück kaum fassen: Gemeinsam mit ihrem Vater Professor Ignaz Librum und ihrem Streifenhörnchen Lotti wird sie ein Schloss bewohnen. Was für ein Traum! Dass es sich hier um kein gewöhnliches Schloss handelt, finden Becky und ihr neuer Freund Hugo bei ihrer ersten Erkundungstour heraus: Wie durch ein Wunder gelangen die beiden in ein geheimes Stockwerk mit einer riesigen Bibliothek. Hier warten drei magische Wesen seit Jahren auf eine ganz besondere Person. Eine Person, die Kontakt zur Bücherwelt aufnehmen und sie auf diese Weise vor dem Vergessen bewahren kann … In diesem packenden ersten Teil einer magischen Abenteuerreihe erlebt ein starkes Mädchen nicht nur den Umzug in ein Schloss, sondern auch das größte Abenteuer ihres Lebens: Sie soll die magische Welt der Bücher retten! Wunderbar eigenwillige magische Wesen, sprechende Tiere und ein guter Freund stehen einer starken, mutigen Protagonistin zur Seite von der Mädchen ab 8 Jahren begeistert sein werden. Spannend und fantasievoll erzählt ist dies auch dank wunderbar atmosphärischer Illustrationen ein Buch zum Eintauchen.

Ein ganz großes Dankeschön geht an den Verlag, der es mir ermöglichte, auf meinen Wunsch hin dieses wunderbare Buch zu lesen! Dass mich das nicht beeinflusst hat, ist eh klar…

(Es handelt sich um ein kostenfreies Rezensionsexemplar ohne Verpflichtung und ich erhalte keine Vergütung für die Veröffentlichung meiner Rezension)

Weitere Meinungen dazu von meinen BloggerkollegInnen:

noch keine gesichtet…

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2 Kommentare zu „Ein Buch, das wie eine feste Umarmung wirkt: Das Bücherschloss – Das Geheimnis der magischen Bibliothek von Barbara Rose (Rezension)

  1. Hallöchen Verena,
    da hast du dir ja wirklich einen Schatz zugelegt. Die Autorin kenne ich bereits über Instagram und bin begeistert, welchen Tantendrang sie in ihre Geschichten und Illustrationen legt.

    Liebe Grüße
    Tina

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