Der Drachen Jäger – Die erste Reise ins Wolkenmeer von Bernd Perplies (Rezension)

Von Bernd Perplies kannte ich bislang nur die wunderbaren Kinderbücher, die er zusammen mit seinem Kollegen Christian Humberg zusammen geschrieben hat. Die Rezensionen zu Die Wächter von Aquaterra  und  Die Wächter von Aquaterra – Angriff aus der Tiefe  konntet ihr bereits auf meinem Lieblingsleseplatz finden.

Bernd Perplies ist fast mein Jahrgang und beinahe wären wir quasi Nachbarn geworden, denn auch ihn hat es ins Schwabenländle gezogen. Das allein macht ihn ja schon sympathisch. Aber zudem schreibt er auch noch unglaublich vielfältig und sahnt damit einen Preis nach dem anderen ab. Er selbst war es, der mich als Reaktion auf meine Artikel darauf hinwies, dass er zusammen mit Bernd Humberg 3 Star Trek Romane (!!!) verfasste und alleine auch Fantasy für Erwachsene schreibt. Das machte mich natürlich neugierig. So zog der Drachenjäger bei mir ein!

Der Weltenaufbau ist grandios. Unglaublich bildgewaltig sind die Beschreibungen rund ums Weltenmeer, so dass ist fast das Gefühl hatte, eine VR-Brille zu tragen und selbst durch die Lüfte zu jagen. Wenn ihr Game of Thrones mögt, dann ist DAS eure Alternative für „danach“ ! OK, hier werden die Drachen gejagt, aber furchteinflössend fand ich sie auch schon in GoT ;-)

Lian muss schleunigst aus seiner Heimat fliehen und heuert auf dem nächstbesten Drachenjäger an. Böser Fehler, wie er bald erkennen wird. Denn der Kapitän des Schiffes  – Adaron – jagt fanatisch einen ganz bestimmten Drachen. Garganthuan. Der Drache, der ihm einst die Liebe seines Lebens genommen hat. Und Fanatiker sind nie gute Führer wie uns die Geschichte mehrfach gelehrt hat …

Die Stärke des Autors ist die Leidenschaft, die er in seinen Weltenaufbau steckt, die er aber auch seinen Charakteren mit auf den Weg gibt. Ich hätte mir jedoch auch von den Protagonisten die Wendungen gewünscht, die der Plot so schön bereit hält. Denn ganz unkritsch ist die ganze Unternehmung ja nicht zu sehen.

Die Story erinnert ein wenig an Der Alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway oder Moby Dick von Herman Melville. Adaron würde auch einen guten Ahab abgeben – und ob MarlinWal oder Drache… große Fußstapfen, die Bernd Perplies jedoch gut auszufüllen weiß.

Ich habe das Buch ja schon geraume Zeit auf meinem Lieblingsleseplatz liegen. Sofort als es hier ankam, fing ich begeistert an zu lesen. Ich hatte auch echt Spaß am actionreichen Start und der Geschichte die gleich mit „kill your darlings“ einsteigt … Dann, nach einer Pause fand ich nicht mehr richtig in den Lesefluss hinein. Ich lese ja auch nicht sehr oft High oder Dark Fantasy, daher habe ich manchmal Probleme mit der doch sehr anderen Sprache im Gegensatz zur Jugendbuch Fantasy. Es hat 3 Anläufe gebraucht, bis ich mich wieder neu in den Drachenjäger verliebte und ihn in einem Rutsch verschlang. Aber das kenne ich auch schon von den Büchern von Markus Heitz oder Tad Williams – der Zeitpunkt muss einfach stimmen!

Vielleicht war es aber auch pure Berechnung so lange mit dem Lesen zu warten… denn inzwischen erschien bereits der zweite Roman aus dem Wolkenmeer! Der Weltenfinder – Die zweite Reise ins Wolkenmeer ist eigenständig, spielt aber in derselben Welt. Also kann ich gleich weiter abheben ;-)

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Klappentext: Lange bevor es die Menschen und ihre fliegenden Schiffe gab, herrschten die ArChaon über die Welt. Sie begründeten eine mächtige Zivilisation und enträtselten mit ihrer Magie die Geheimnisse des Kosmos. Doch ihre Wissensgier war so groß, dass sie eines Tages einen verhängnisvollen Fehler begingen – und das Wolkenmeer sie verschlang. So will es zumindest die Legende.
Als dem Gelehrten und Abenteurer Corren von Dask eine Karte in die Hände fällt, auf der die mythische Stadt ThaunasRa verzeichnet ist, versammelt er die mutigsten Abenteurer der Küstenlande um sich und rüstet eine Flugschiff-Expedition aus. Es wird eine Reise in die lichtlosen Tiefen des Wolkenmeers. Doch sollte man wirklich wecken, was dort seit Äonen ruht? (Quelle: Fischer TOR)

Ich finde das toll, dass jeder der beiden Bände in sich geschlossen ist. So kann ich mich als Fan des Wolkenmeeres auf eine weitere Geschichte freuen ohne von fiesen Cliffhangern geplagt zu werden. Sehr schön!

Mein Fazit: Ich bin absolut ins Wolkenmeer getaucht und konnte meine Umwelt komplett ausblenden. Wer komplexe, bildgewaltige Welten, epische Sprache und große Helden mag, der wird dem Drachenjäger ebenso wie ich verfallen. Ich schenke ihm 5 von 5 Lieblingslesesesseln!

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  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Verlag: FISCHER Tor
  • Erscheinungsdatum: 27. Juli 2017
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 9,99 €
  • ISBN: 978-3596296712
  • auch als Ebook und Hörbuch erhältlich
  • Klappentext: Mit der ersten Reise ins Wolkenmeer führt Bernd Perplies seine Leser an die raue Südküste einer mittelalterlichen Fantasywelt. ›Der Drachenjäger‹ ist ein Abenteuerroman, der in einer atemberaubenden Landschaft aus Nebelmeeren und Hochplateaus spielt – die von jeder Menge Drachen bevölkert wird …
    In der Stadt Skargakar, an den Gestaden des geheimnisvollen Wolkenmeeres, leben die Bewohner von der Jagd auf Drachen, die es in den dunstig weißen Weiten jenseits der großen Klippe in schier endloser Zahl gibt. Auch Lian trägt seinen Teil bei. Als Kristallschleifer verarbeitet er magische Kyrilliane, die die Flugschiffe der Jäger in die Lüfte heben. Eines Tages jedoch macht sich Lian einen gefährlichen Mann zum Feind und ist gezwungen, aus Skargakar zu fliehen. In seiner Verzweiflung heuert er auf dem erstbesten Flugschiff an, dessen Kapitän ihn mitnimmt. Ein Fehler, wie sich bald herausstellt: Denn Adaron, der fanatische Kapitän der Carryola, jagt nicht irgendwelche Drachen. Sein Ziel ist der Urdrache Garganthuan selbst, ein Geschöpf der Legenden – und er ist bereit, für diese Jagd alles zu opfern.

Weitere Meinungen dazu von meinen BloggerkollegInnen:

lisaasleben

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12 thoughts

  1. Ich bin ja ein absoluter Fan von Perplies und seinen Büchern, dieses hier kenne ich allerdings noch nicht und stelle fest, dass ich daran wohl dringend mal etwas ändern muss. Vielen Dank für die tolle Rezension!

  2. diese Story klingt mal wieder total nach meinem Geschmack – und ehrlich gesagt muss ich auch direkt mal noch bei den Kinderbüchern vorbeischauen :)

    wie genial ist es bitte, dass er 3 Star Trek-Romane verfasst hat?! das muss ja gut sein :D

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com

  3. Huhu,

    wow! Das Buch hatte ich ja überhaupt nicht auf dem Schirm, aber ich lese allgemein eher selten High Fantasy, aber hier klingt der Klappentext echt gut.

    Toll, dass du nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch komplett dem Buch verfallen ist und was ich besonders klasse finde, das die Teile abgeschlossen sind.

    Lg
    Steffi

  4. Das hört sich doch super spannend an. Bin zwar auch gespannt wo es mit GoT hingeht, aber für die Zeit danach muss ja dennoch vorgesorgt werden.
    Super witzig dass ihr fast Nachbars geworden seid. Hätte bestimmt was für sich hihi
    Liebe Grüße,
    Tama <3

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