Leider etwas unstimmig: Das Geheimnis von Rookwood von Sophie Cleverly (Rezension)

Nachdem nun schon im April der zweite Band der Rookwood Reihe erscheint, wollte ich noch schnell vor Jahresende den ersten Band lesen. Ging Euch das auch so, dass im Herbst viel zu viele tolle Bücher erschienen sind, die ihr am liebsten alle sofort und gleichzeitig lesen wolltet? In diesen riesigen Stapel ist Das Geheimnis von Rookwood geraten und erst die Feiertage konnten es daraus befreien.

Ivy wohnt bei Ihrer Tante Phoebe und trauert um den Verlust ihrer Zwillingsschwester Scarlett, die während ihres Aufenthaltes in der geheimnisvollen Elite-Internates Rookwood gestorben sein soll. Ivy soll nun im neuen Schuljahr Scarletts Platz einnehmen, obwohl sie selbst damals durch die Aufnahmeprüfung gefallen ist… Und damit ist nicht gemeint, dass sie ihren nun frei gewordenen Platz nutzen soll – nein – sie soll Scarlett SEIN! Doch so einfach ist das nicht, denn Obwohl sich Ivy und Scarlett absolut gleich sehen könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Nicht nur, dass die eine Rechthänderin und die Andere Linkshänderin ist, nein, ihr Wesen ist komplett verschieden. Während Ivy wie ein Lämmchen immer alles brav erträgt, eckte die rebellische Scarlett überall an und hat sich damit anscheinend in Rookwood kaum Freunde gemacht. Im Gegenteil. Die Zicke Penny hat mit Scarlett/Ivy noch eine große Rechnung offen. Wird es Ivy gelingen, Scarletts Rolle zu spielen ohne dass Jemand etwas bemerkt? Und Warum will die Schulleiterin Miss Fox unbedingt, dass Ivy vorgibt Scarlett zu sein? Und was geschah eigentlich wirklich mit Scarlett? All dem versucht Ivy nun auf den Grund zu gehen…

Ivy, ich bete, dass Du das liest.

Und wenn Du es tust, nun, dann vermute ich mal, dass Du mein neues Ich bist.

Zu Anfang mochte ich Ivy überhaupt nicht. Völlig klaglos nimmt sie alles an, was ihr gesagt wird. Nur kurz fragt sie nach dem Warum – gibt sich aber mit der Erklärung, das seien „Erwachenendinge“ und gingen sie nichts an wieder zufrieden. Das erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich. Das mag ja dem Plot geschuldet sein, regt mich als Leser aber auf. Nach dem ersten Kapitel hatte ich daher das Buch auch für mehrere Wochen zur Seite gelegt. Dann, nach wenigen Seiten mehr wird Ivy von jetzt auf gleich extrem mutig und jagt den Hinweisen hinterher, die ihre Schwester hinterlassen hat. Das wirkt dann auch wieder unglaubwürdig da zu ein starker Kontrast – zumal Ivy trotzdem nicht wirklich hinterfragt, was da eigentlich gerade vor sich geht, sondern nur stumpf von einem Hinweis zum nächsten springt ohne die Schule an sich zu erforschen.. ihr merkt schon, … als Testleserin hätte ich da heftig protestiert.

Den Hinweis am Anfang des Buches (das Datum eines Briefes) habe ich übersehen und mich gewundert, warum Ivy noch nie gebadet oder geduscht hat. Auch die einfach so selbstverständliche Prügelstrafe an Rookwood hat mich verblüfft. Dann habe ich zurück geblättert und mir wurde einiges klar. Die Handlung ist 1935 platziert. Das erklärt vielleicht ein Stück weit auch die Naivität der Protagonisten.

Mit diesem Hintergrund habe ich dann versucht, mich nicht mehr über die Einfachheit des Plots aufzuregen. Die kommende Schnitzeljagd nach den Tagebuchseiten von Scarlett ist auch sehr spannend und ließ mich das Buch dann auch sehr schnell durchlesen. Aber die Schnitzeljagd ist auch nur das was der Name sagt: eine Schnitzeljagd ohne Ausschmückung und weiteren Handlungssträngen oder Überraschungen.

Geschrieben ist Das Geheimnis von Rookwood wie ein Kinderbuch mit einer Thematik die ein Fitzek Thriller hätte sein können. Das Buch wird ab 10 Jahre empfohlen – obwohl das zu dem recht naiven Stil passt finde ich die Empfehlung ob der beklemmenden Stimmung und Grausamkeiten auf Rookwod zu niedrig angesetzt. Prügelstrafe, Kinder einsperren…. das kann so junge Leser schon verschrecken. Besser hätte ich es gefunden, wenn alles besser ausgearbeitet worden wäre und dann im den Jugendbuchbereich gerrutscht wäre.

Das Buch hört recht abrupt auf, auch wenn das Ende nicht überrascht, und macht schon Lust auf mehr. Der zweite Band um die Zwillinge Ivy und Scarlett Das Geheimnis von Rookwood – Flüsternde Wände erscheint am 02.4.18. Da der Klappentext sehr spoilert, wenn man Band 1 noch nicht gelesen hat werde ich ihn hier nicht abbilden. Wer neugierig ist, der kommt mit einem Klick auf den farbig unterlegten Titel auf die Seite des Buches.

Ein nettes Buch, jedoch nicht ganz stimmig im Gesamtpaket. Der Stil passt für mich nicht zum Inhalt und der Plot hätte mehr Raffinesse haben können. Nach einer Überarbeitung könnte ich mir den Stoff jedoch super als Netflix Serie vorstellen. Das Buch jedoch kann ich nur bedingt weiter empfehlen und vergebe daher 3 von 5 Lieblingslesesessel für Das Geheimnis von Rookwood.

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: you&ivi bei PIPER
  • Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2018
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 13 €
  • ISBN: 978-3492704649
  • auch als Ebook erhältlich
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
  • Klappentext: Dies ist die Geschichte, wie aus Ivy Scarlet wurde … Als die zwölfjährige Scarlet unter mysteriösen Umständen verschwindet, wird ihr Platz an der Eliteschule Rookwood frei, und Scarlets Zwillingsschwester Ivy soll ihn einnehmen. Doch nicht etwa als normale Schülerin. Denn die finstere Lehrerin Miss Fox eröffnet Ivy, dass sie sich als Scarlet ausgeben soll. Und das, obwohl sich Ivy in Rookwood überhaupt nicht auskennt und Scarlet eigentlich so ganz anders ist als sie! Aber natürlich will Ivy herausfinden, was mit ihrer geliebten Schwester passiert ist, und so lässt sie sich auf den Deal ein. Sie beginnt, an der ihr völlig neuen Schule Nachforschungen anzustellen und kommt dabei dem dunklen Geheimnis von Rookwood auf die Spur …

Ein ganz großes Dankeschön geht an den PIPER Verlag, der es mir ermöglichte, dieses faszinierende Buch zu lesen!

Weitere Meinungen dazu von meinen wunderbaren BloggerkollegInnen:

noch keine gesichtet…

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