Albie Bright – Ein Universum ist nicht genug von Christopher Edge

Ganz selten beginne ich meine Rezensionen ja mit dem Klappentext. Zum einen, weil ich Euch viel lieber in meinen eigenen Worten den Inhalt spoilerfrei wiedergebe, zum Anderen weil ich selbst eigentlich nie Klappentexte lese. Das war schon immer so. Ich hasse Klappentexte. Entweder sie erzählen zu viel vom Inhalt oder sie führen einen auf die falsche Fährte (was hier der Fall gewesen wäre) . Daher ist für mich immer das Cover und/oder Autor der Grund, warum ich nach einem Buch greife – und die erste Seite dann die Kaufentscheidung.

Wie ist das bei Euch?

Bei Albie Bright – ein Universum ist nicht genug habe ich den Klappentext hinterher erst gelesen, da ich vom Inhalt des Buches doch sehr überrascht war. Das hätte ich nicht bei dem Cover und der Werbung erwartet. Aber lest zunächst mal den Klappentext:

Ob seine Mutter in einem Paralleluniversum noch am Leben ist? Die Idee klingt für Albie so verrückt, dass sie stimmen könnte. Mit einem Karton, einer vergammelten Banane und der Nachbarskatze macht er sich auf die Reise durch Zeit und Raum, um seine Mutter zu finden. Tatsächlich landet er in neuen Welten, die sich oft nur durch ein Detail von seiner Welt unterscheiden und dadurch für unvergessliche Erlebnisse sorgen. Nie hätte Albie gedacht, dass er sein eigenes Universum zunächst verlassen muss, um voller Trost und Hoffnung in seine Welt zurückkehren zu können.

Wie geht es Euch? Ich hatte ein abenteuerliches Wissenschafts-SciFi-Buch für Kinder ab 10 erwartet… Doch tatsächlich tritt die Sache mit den Wurmlöchern in Paralleluniversen in dieser Geschichte recht in den Hintergrund. Ich wurde oft traurig und melancholisch, wenn Albie von seiner vor 2 Wochen verstorbenen Mutter erzählte. Ich weiß nicht, ob das Kinder besser wegstecken können, bezweifle das aber. Am Ende – und da verrate ich nicht mehr als der Klappentext – erkennt Albie, dass er trotz der vielen Alternativen in der anderen Universen wieder in seine eigene Wirklichkeit zurück kehren muss und in Liebe von seiner Mutter Abschied nehmen muss um zusammen mit seinem Vater in eine gute Zukunft gemeinsam zu starten.

Albert Stephen Bright – ist benannt nach den Lieblingswissenschaftlern seiner Mutter: Albert Einstein und Stephen Hawking, aber er wird von allen nur Albie genannt. Er hat plötzlich die Eingebung, dass er nur mittels eines von ihm erschaffenen Mini-Wurmloch in eine parallele Realität reisen muss, in der seine Mutter noch am Leben ist. Leider warten in allen Universen, die er besucht nur traurige Wahrheiten…

Nun kann mir als alten Trekkie nun wirklich keiner was bei Wurmlöchern vormachen (und da ist es wieder, das Nerd-Herz .. ;-) ) , aber die Sache mit der Quantenmechanik und Schrödingers Katze hat mein Hirn dann doch richtig rauchen lassen. Und so richtig zufriedenstellend hat mir Christpher Edge das auch nicht erklärt … Schade. Denn das ist ja DAS zentrale Thema.

„Wenn du denkst, du verstehst die Quantenmechanik, verstehst du sie nicht“

Der sprachliche Stil bleibt bei aller Dramatik und Komik seltsam nüchtern, das schafft zum einen eine Distanz zum Protagonisten und zum andern kann der Humor die traurigen Momente schlecht vertreiben.

Die Message am Ende ist natürlich zauberhaft und tröstet ein wenig.

„Da ist ein Stück Himmel in dir und da ist ein Stück Himmel in mir. Wir sind alle aus Sternenstaub gemacht.“

Ich vergebe für Albie Bright – Ein Universum ist nicht genug nur 3 von 5 Lieblingslesesessel. Mich hat die Geschichte einerseits sehr traurig gemacht, auch wenn der Schluss doch hoffnungsvoll war, und andererseits ließ mich der zu nüchterne Still nicht nah genug an die Protagonisten heran. Nicht zu vergessen die Sache mit dem Reisen in einem Pappkarton und einer reifen Banane – das erscheint mir dann doch zu simpel. Empfehlen würde ich das Buch nur eingeschränkt – wenn ein Kind einen Trauerfall erleben musste ist es ein schönes Buch um das ein wenig aufzuarbeiten – wobei ich befürchte, dass der ein oder andere sich dann doch in einen Pappkarton setzt …

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
  • Erscheinungsdatum: 13. Februar 2018
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzer: Wieland Freund Andrea Wandel
  • Preis: 12,99 €
  • ISBN: 978-3522184878
  • Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
  • auch als Ebook, Hörbuch und Audio-CD erhältlich
  • Klappentext: Ob seine Mutter in einem Paralleluniversum noch am Leben ist? Die Idee klingt für Albie so verrückt, dass sie stimmen könnte. Mit einem Karton, einer vergammelten Banane und der Nachbarskatze macht er sich auf die Reise durch Zeit und Raum, um seine Mutter zu finden. Tatsächlich landet er in neuen Welten, die sich oft nur durch ein Detail von seiner Welt unterscheiden und dadurch für unvergessliche Erlebnisse sorgen. Nie hätte Albie gedacht, dass er sein eigenes Universum zunächst verlassen muss, um voller Trost und Hoffnung in seine Welt zurückkehren zu können.

Ein Herzliches Dankeschön geht an den Thienemann-Esslinger Verlag und Netgalley für das Bereitstellen dieses digitalen Leseexemplares im Tausch gegen meine ehrliche Meinung!

Weitere Meinungen dazu von meinen wunderbaren BloggerkollegInnen:

noch keine gesichtet…

Du hast das Buch auch gelesen und rezensiert? Dann hinterlass mir doch gerne den Link in den Kommentaren, dann füge ich Dich hier noch mit ein!

19 thoughts

  1. Danke für das Vorstellen! Klingt jetzt nicht als wenn es mein Buchfavorit wird. Ich lese immer die Klappentexte zuerst, dafür entscheide ich so gar nicht übers Cover, bin eher nicht der visuelle Typ glaube ich. Ich glaube das kommt noch aus meiner Lesanfangszeit, wo die Cover ja eher nicht bunt gestaltet waren ;-), klinge ich jetzt sehr alt? nee ich habe mich mit großer Freude damals auf die Bücher meiner Mutter gestürzt und da waren die Cover definitiv noch ohne Farbe.

    Lg aus Norwegen
    Ina

  2. Danke für die Vorstellung! Weiß nicht so recht ob ich mich mit diesem Buch anfreunden kann…wobei meine Leseliste eh noch ewig lang ist und ich dank deiner Buchtipps noch viel vor mir habe! 😉

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

  3. Vielen Dank für die Vorstellung! Ich bin bei dem Buch von Anfang an allein wegen dem Inhalt und dem Cover schon sehr zweigespalten. Einerseits klingt das Buch wirklich spannend und es würde mich interessieren, anderseits ist da diese Sache mit dem Karton und der vergammelten Banane, die mich etwas stutzig macht. Schwierig!

    Liebe Grüße
    Lisa

  4. Danke für die Rezension. Auch wenn du ein Buch nicht empfehlen kannst, es hier vorzustellen finde ich super. Ich mag auch deinen Blog sehr!
    Ich wünsche dir einen angenehmen start in die Woche!

  5. Liebe Verena

    Danke Dir für die tolle Inspiration!

    Das kann ich sehr gut für meinen Sohn gebrauchen, er ist so festgefahren mit dem Lesen, was sehr schwer ist, auch mal andere Bücher Style zu lesen und ihm näher zu bringen! ;oD

    Hab einen schönen Sonntag!

    xoxo Jacqueline
    Blog Hokis

  6. also wenn ich dieses Cover, bzw. den Klappentext dazu so sehen, hätte ich auch etwas anderes erwartet …
    aber dennoch muss das ja nicht immer was schlechtes sein, wenn es auf positive Weise überraschen kann 🙂
    und ich kan nur sagen, alleine der Wortwahl wegen, die du hier zitiert hast, könnte mir das Buch echt gut gefallen … wir sind alle aus Sternenstaub, das klingt so schön träumerisch 🙂
    hab einen tollen Sonntag und liebste Grüße auch,
    ❤ Tina

  7. Danke für Deine ausführliche und ehrliche Buchvorstellung.
    Obwohl ich eigentlich kein SciFi-Fan bin hat mich die Schlussmessage doch sehr angesprochen.
    „Da ist ein Stück Himmel in dir und da ist ein Stück Himmel in mir. Wir sind alle aus Sternenstaub gemacht.“
    Einfach zauberhaft!
    Hab einen wundervollen Sonntag <3
    Liebste Grüße,
    Sassi

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